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    M

    MEINDL MFS Memory Foam System

    Passform und Anpassung ist die herausragende Eigenschaft der MFS-Vakuum-Trekkingschuh-Linie. Materialien, Technik und Verarbeitung finden hier zu perfekter Harmonie. Das System wird im Schaftbereich eingesetzt, es gibt aber auch Einlegesohlen mit MFS-Technologie. Durch die Körpertemperatur verformt sich das Material und nimmt exakt die Form des Fußes ein- Zwicken und Drücken gehören damit der Vergangenheit an!

    Noch einen Schritt weiter geht das MFS Vakuum System.

    Membran

    Eine Membran(e) soll im Vergleich zu einer Beschichtung luftdurchlässig und gleichzeitig wasserdicht sein. Verschiedene Techniken und Verfahren machen diesen Anspruch mehr oder weniger erfolgreich. Wanderschuhanbieter arbeiten meist mit dem Marktführer Gore-Tex zusammen, der eine wasserdichtes Laminat ins Innere des Schuhs verarbeitet und den Fuß vor Wassereintritt schützt. Andere Hersteller, wie z.B. outdry, bringen ihre Technik auf das Obermaterial auf, das einen besseren Schutz des Schuhs verspricht, aber auch anfälliger für Verletzungen der Membrane von aussen ist.

    N

    Narbenspalt

    Spaltleder, bei dem die ursprüngliceh Außenseite des Leders anch oben zeigt. Hat daher oftmals ungleichmäßige Narbung- hochwertig und teuer!

    HANWAG Next Step

    Projekt von Hanwag zum Thema Nachhaltigkeit. Bei allen Modellen mit diesem Logo werden eine oder mehrere umweltfreundliche Technologien eingesetzt.

    Nubuk

    Lederart, bei der die Narbenseite des Leders leicht angeschliffen wurde, um die Oberfläche samtig und gleichmäßig zu machen. Robust, hochwertig und teuer. Stärke: 1, 8 - 2,8 mm (je nach Modell)

    Nubuk gewachst

    Gewachstes Nubuk-Leder, sehr hochwertig mit fester Faserstruktur. Stärke 1,8 - 2,8 mm.

    O

    OutDry®

    Das patentierte OutDry® Laminierverfahren schafft es mit nur einem einzigen Arbeitsschritt eine wasserdichte und atmungsaktive Textiloberfläche zu erzeugen.  Die semipermiable Membran wird durch Druck und Hitze direkt auf das Trägertextil laminiert. Mit nur einem Arbeitsschritt sind so alle Nähte und Hohlräume versiegelt und kein Wasser kann mehr eindringen. Vergleiche das mal mit einer herkömmlichen wasserdichten Technologie: Wasser dringt ein; es sammelt sich im Hohlraum zwischen der äußeren und der inneren Textilschicht; es wird nass und schwer.
    OutDry® verbessert die Passform und die Bewegungsfreiheit. Das Resultat: Das Material bleibt trockener, leichter und somit wesentlich bequemer.

    P

    Passform

    Eine gute Passform ist das A und O beim Wanderschuh- immerhin soll er unsere Füße über viele Kilometer, über verschiedenste Untergründe und durch jedes Wetter bringen. Sicher und komfortabel. Unseren Füßen zuliebe sollten wir daher auf die Passform besonderes Augenmerk legen und uns die Zeit nehmen, einen ideal für unsere Füße passenden Schuh zu suchen. Die von den Herstellern verwendeten Leisten geben die spätere Passform vor und werden für Damen, Herren, Kinder und spezielle Füße unterschiedlich geformt. Jedes Modell hat seine eigene Passform, die durch Komponenten, Machart, Anordnung der Schnürung und Einlegesohle angepasst und verändert wird.

    PU(R)-Schaum

    Teilweise in Laufsohlen verwendeter Schaum, der besonders leicht und dämpfend ist.

    R

    Rauleder

    Aus Rindleder gefertigtes Wildlederimitat, das auf der Narbenseite angeschliffen und nach aussen gewendet wird.

    Reduced Seams

    (Reduzierte Nähte)

    Weniger Nähte verringern das Risiko von potentiellen Druckstellen und Nahtverschleiß, etc. Sieht einfach aus, ist aber schwierig und teuer in der Produktion.

    100 % Resoleable

    Bis auf wenige Ausnahmen sind Wanderschuhe mehrfach wiederbesohlbar. Dafür werden die Schuhe gezwickt oder zwiegenäht.

    S

    Schaft

    Das Oberteil des Schuhs (im Gegensatz zur Sohleneinheit), der oberhalb des Knöchels liegt.

    Sil-Juchtenleder

    Im Gegensatz zum traditionellen Juchtenleder eine silikonisierte Version.

    Sohlenlänge

    Die angegebenen Schuhgrößen beziehen sich auf die länge der Innensohle. Je nach Hersteller werden die Größen in EU (Franz. Stich), UK (Engl. Size), US Herren oder US Damen angegeben. Um die eigene Fußlänge und das jeweilige Maß vergleichen zu können, gibt es Hersteller spezifische Tabellen.

    Spaltleder

    Dicke Leder werden gespalten. Der Narbenspalt ist die ursprüngliche Außenseite der Haut (hochwertiger und teurer), aufgeraut wird es zu Velourleder verarbeitet, das robust ist und eine gleichmäßige Oberfläche aufweist. Der Fleischspalt (=Innenseite) hat zwei raue Seiten und wird zum sogenannten Sportveloursleder verarbeitet.

    Step-In Crampon

    Voll steigeisenfester Sohlenaufbau. Auch für sog. vollautomatische Steigeisen (Bügel vorn, Kipphebel hinten) geeignet. Empfiehlt sich für alle hochalpinen Unternehmungen sowie Eisklettern.

    StraightFit

    Leistenkonzept mit neu entwickelter Zehenbox. Erlaubt eine Geradestellung der Großzehe und bietet Menschen mit breitem Vorderfuß mehr Platz für die Zehen.

    Strap-on Crampon

    Geeignet für Steigeisen mit Riemenbindung (ohne Frontbügel vorn, ohne Kipphebel hinten). Eignung für sehr leichte Touren, Querung von Firnfeldern oder Gletschern.

    T

    Temperaturangaben

    Die Temperaturangaben des PFI nach der Testnorm DIN EN 12784 dienen der Orientierung. Die in der Praxis gefühlte Temperatur kann abweichen. Sie hängt auch von einer Vielzahl weiterer Faktoren ab: Erschöpfung, Psyche und allgemeines Kälteempfinden.

    TerraCare Zero

    Hochwertiges Rindleder der deutschen Gerberei Heinen. Der Gerbprozess erfolgt nach strengsten ökologischen Vorgaben und der gesamte CO2  Ausstoß wird kompensiert.

    V

    Variofix

    Variofix ist ein speziell von Meindl entwickeltes Schnürsystem, das zusätzlichen Halt in der Ferse gewährleistet und dem Schuh zusätzliche Stabilität im Schaft gibt. Dadurch kann der Tragekomfort erhöht werden, gleichzeitig höhe im Schaft und dadurch Gewicht gespart werden.

    Veloursleder

    Siehe auch Spaltleder, ist aus narbigen Häuten oder Fleischspalt; Fleischseite geschliffen und außenliegend.

    Vibram

    Der bekannteste Hersteller von Laufsohlen für Wanderschuhe, vor allem Berg- und Trekkingschuhe. http://eu.vibram.com/

    Vollnarbenleder spiegelt die gesamte Hautstrucktur wieder und damit ist jedes Stück einzigartig. Es wird in seiner Beschaffenheit nicht verändert, also weder aufgeraut, noch geschliffen oder ähnliches. Dadurch ist es sehr haltbar, wasserdicht und hat eine glatte Strucktur und ist insgesamt hochwertig.

    Vollrindleder

    Wird aus der zur Haarseite gelegenen Hautschicht gewonnen. Durch Bearbeiten der Fleischseite oder Spalten erreicht es die gewünschte Stärke. Die Narbenseite ist außen.

    Y

    Yakleder

    Sehr geschmeidiges und strapazierfähiges Narbenleder mit natürlich grober Narbung. Hanwag verwendet ausschließlich robustes, hydrophobertes tibetanisches Yakleder in den Stärken 2,2 bis 2,6 Millimeter. Exklusiv von der tibetanischen Lhasa Leather Factory.

    Z

    Zwischensohle

    Teile der Sohle zwischen Brand- und Laufsohle aus EVA oder Polyurethan, meist mit Dämpfungsfunktion.

    Zwiegenäht

    Traditionelle, handwerklich sehr anspruchsvolle Machart, bei der Schaft- und Sohleneinheit mit Nähten verbunden werden.

    Echt Zwiegenäht

    Die Zwiegenähten sind nicht neu – ganz im Gegenteil. Seit mehr als 90 Jahren fertigen wir robuste Lederstiefel nach der echt zwiegenähten Machart. Wir können behaupten, dass wir zu den wenigen Schuhmachern gehören, die noch heute diese traditionelle und handwerklich anspruchsvolle Machart beherrschen. 

    Zunächst stanzen wir die Brandsohle (die bezeichnet man gerne als „Herzstück“ des Schuhs, weil sie von außen später nicht sichtbar ist) aus und heften diese auf den Leisten. Dann geht es an die erste Naht, die so genannte Einstechnaht: Wir nähen das Oberleder mit dem Futter und der Brandsohlenlippe (das ist eine Erhebung am Rand der Brandsohle) zusammen. Ist diese erste Naht fertig, muss man „ausschlagen“. Das heißt, wir legen Oberleder und Futter im rechten Winkel nach außen. Bei einigen Modellen kommt außen noch der Rahmen dazu. In dieser Position entfernen wir mit einem scharfen Werkzeug den Überstand von Vorder-, Hinterkappe und vom Futter. Der Überstand, also das „Zuviel“ an Oberleder bleibt – wir nähen es bei der zweiten Naht mit um. Diese zweite Naht ist jetzt an der Reihe. Man nennt sie Doppelnaht, sie verbindet Oberleder, Rahmen (bei einigen Modelle) und Zwischensohle. Das Oberleder ist so fest durch zwei Nähte mit dem Schuhboden verbunden. Fertig ist der echt „zwiefach“ Genähte!

    Das war die „echte“ Variante, die wir ausnahmslos bei Hanwag anwenden. Viele Hersteller fertigen „verfälschtes“ zwiegenähtes Schuhwerk. So geht’s: Nach dem Einstechen (also der ersten Naht, die identisch zur echten Variante ist) werden nicht nur Überstände an Vorder-, Hinterkappe und Futter entfernt, sondern auch vom Oberleder. Die Doppelnaht wird dann „nur“ noch zwischen Rahmen und Zwischensohle gezogen. Das heißt, das Oberleder wird kein zweites Mal mehr eingenäht.

    Einen „echt“ Zwiegenähten erkennt man also am sichtbaren Oberleder am Sohlenrand. Bei „falsch“ Zwiegenähten sieht man es nicht. Es „verschwindet“ sozusagen im Schuh.

    Übrigens gibt es auch eine dritte, noch „stärker gefälschte Variante“: Schuhwerk, das zwar auf den ersten Blick zwiegenäht scheint, das sich aber bei näherer Betrachtung als vollständig geklebt herausstellt. Bei genauerem Hinsehen erkennt man, dass es sich um einen flexiblen Schuh mit herkömmlicher Fertigsohle handelt, der lediglich zweimal gedoppelt ist und so einen zwiegenähten Schuh vortäuscht.

    Am Ende kommt es aber nicht auf die Optik an. Was zählt, sind Haltbarkeit und Stabilität des Schuhs. Und da unterscheiden sich die scheinbar so ähnlichen Macharten erheblich: Bei den "falsch" Zwiegenähten „fehlt“ das vernähte Oberleder als „Stabilisator“ – der Schuhboden hängt nur am Rahmen. Zwar ist auch die Zwischensohle mit dem Schaft verklebt, aber eine Naht hält wesentlich mehr als der beste Klebstoff. Das heißt konkret: wenn Rahmen oder Doppelnaht reißen, kann man den Schuh nicht mehr reparieren.

    Bei uns kommt das keinesfalls in den Schuhkarton. Unsere Zwiegenähten sind allesamt „echt“ und ausnahmslos zwiegenäht. Und so wird es auch bleiben.

    Früher musste man als „Preis“ für die lange Haltbarkeit der echt Zwiegenähten eine gewisse – nicht immer angenehme – Einlaufzeit hinter sich bringen. Heute sorgen moderne Polsterschäume, weiche Futterleder und handwerkliches Können dafür, dass Zwiegenähte nur eine kurze Einlaufzeit benötigen – manchmal sogar gar keine!